Körperliche Aktivitäten verringern Brustkrebs-Risiko

Berlin - "Es existieren ernst zu nehmende Hinweise,
dass durch regelmäßige körperliche Aktivitäten das Risiko
für Brustkrebs bis zu 40 % gesenkt werden kann", erklärt Dr. Freerk T.
Baumann von der Sporthochschule Köln und Mitglied in
der Kommission "Sport und Krebs" der Deutschen Krebsgesellschaft,
im Vorfeld des 28. Deutschen Krebskongresses.
Erfahrungen im Bereich Bewegung und Sport mit Brustkrebspatientinnen
liegen in Deutschland bereits seit über 25
Jahren vor. Von allen Tumorarten ist Brustkrebs auf diesem
Gebiet am besten erforscht worden.

Im Zuge neuer komplikationsärmerer Operationstechniken und vermehrtem
Wissen über die Auswirkungen von körperlichen Aktivitäten
nach Brustkrebs werden aktuell Bewegungsempfehlungen
für Brustkrebspatientinnen komplett neu definiert und frühere
Bewegungsverbote gänzlich in Frage gestellt.
Inzwischen kann gesagt werden, dass Brustkrebspatientinnen
nach Entfernung des Tumors und Wächterlymphknoten
mit komplikationsfreier Abheilung praktisch alle
Bewegungsformen wieder durchführen können.

Die Wirkungsweise körperlicher Aktivitäten auf bösartige
Neubildungen in der Primärprävention stand lange Zeit
nicht im Focus umfangreicher epidemiologischer Untersuchungen.
Die Ursache liegt vor allem darin, dass die
Krebserkrankungen kein einheitliches Krankheitsbild darstellen.
So wurden in den Auswertungen großer Herzkreislaufstudien
eher zufällig gleichzeitig positiv-hemmende
Einflüsse auf Brustkrebserkrankungen beobachtet. Epidemiologische
Untersuchungen mit mehreren tausend Probanden
konnten hierzu weitere aussagekräftige Anhaltspunkte
hervorbringen.

Zusammengefasst existieren ernstzunehmende Hinweise,
dass durch regelmäßige körperliche Aktivitäten das Risiko
für Brustkrebs bis zu 40 % gesenkt werden kann. Weitere
Nachforschungen sind allerdings notwendig, damit sich die
Experten ein umfassenderes Bild über die onkologische
Prävention durch körperliche Aktivitäten machen können.
Würden sich die bisher gefundenen Hinweise jedoch weiter
bestätigen, dass sich durch körperliche Aktivitäten das
Brustkrebsrisiko senken lässt, könnte nicht nur das persönliche
Leid, das mit einer Brustkrebserkrankung einhergeht,
gemindert werden, sondern auch die mit einer Tumorerkrankung
verbundenen Kosten erheblich gesenkt werden.

Immer weniger Frauen sterben an Brustkrebs
Bessere Diagnostik und Früherkennung, genauere Operationsmethoden
und zielgerichtete Medikamente haben in den letzten Jahren dazu
geführt, dass Frauen mit Brustkrebs
heute deutlich bessere Heilungschancen haben als
noch vor einigen Jahren. Wird der Brustkrebs in einem
sehr frühen Stadium entdeckt, liegt die Heilungsrate bei
80 bis 90 %. Die 5-Jahres-Überlebensrate für Patientinnen
mit Brustkrebs liegt bei 80 %, bezogen auf alle Krebsarten
beträgt die Überlebensrate für den gleichen Zeitraum nur
58 %.

"Eine Frau, die heute 50 Jahre alt ist, hat doppelt so gute
Heilungschancen wie noch ihre Mutter. Die Generation der
Töchter haben sogar noch bessere Aussichten", sagt Professor
Manfred Kaufmann, Präsident des 28. Deutschen
Krebskongresses, der vom 20. bis 23. Februar 2008 in Berlin
stattfindet. "Die Brustkrebssterblichkeit in Deutschland
ist eindeutig rückläufig", fügt der Direktor der Uniklinik
für Gynäkologie und Geburtshilfe in Frankfurt/Main hinzu.

Brustkrebs ist in den bevölkerungsbezogenen Krebsregistern
mittlerweile eine der am besten erfassten Lokalisationen.
Das angelaufene Mammografiescreening in Deutschland
ist eine der wichtigsten Maßnahmen für die Früherkennung
des Mammakarzinoms. 2005 startete das Programm
in einigen Bundesländern, noch in diesem Jahr soll es in
ganz Deutschland flächendeckend zur Verfügung stehen.
Die Teilnahme ist kostenlos und freiwillig.

Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden alle zwei Jahre eingeladen, denn
diese Altersgruppe hat aus medizinischer Sicht das höchste
Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Damit ein Tumor möglichst
früh erkannt wird, sollte jedoch jede Frau bereits
ab 20 Jahren ihre Brust regelmäßig selbst abtasten, um
Veränderungen festzustellen. Hierbei sind in der Regel vier
von fünf gefundene Knoten gutartig.

Insgesamt erkranken rund 55.100 Frauen jedes Jahr an Brustkrebs,
17.800 sterben daran - deutlich weniger als vor zehn Jahren.

Aus einer Veröffentlichung der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Krebsratgeber im PatientenLiteraturDienst

 

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